Copilot Studio auf dem Build 2026: CUA, Microsoft IQ und die neue Agent-Plattform

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    Copilot Studio auf dem Build 2026: CUA, Microsoft IQ und die neue Agent-Plattform

    Microsoft Power Apps Lizenzen und Preise vollständig erklärt: Per-App Plan, Per-User Plan, Pay-as-you-go und was für Schweizer Unternehmen sinnvoll ist.

    3. Juni 20269 Min. Lesezeit Lesezeit
    Marcel Haas

    Marcel Haas

    Solution Architect, CEO

    marcel.haas@cnext.ch
    20+ JahreErfahrung·6×Microsoft Applied Skills·SharePoint & Microsoft Copilot
    6x Microsoft Applied Skills
    CNEXT AI Agent

    Kurzantwort

    Microsoft Power Apps Lizenzen und Preise vollständig erklärt: Per-App Plan, Per-User Plan, Pay-as-you-go und was für Schweizer Unternehmen sinnvoll ist.

    Copilot Studio ist nicht mehr «nur» ein Low-Code-Chatbot-Builder. Auf dem Build 2026 (2.–3. Juni 2026 in San Francisco) und im parallel veröffentlichten Mai-Update hat Microsoft die Plattform konsequent in eine governed Enterprise-Agent-Plattform umgebaut — zum Bauen, Orchestrieren, Testen und Betreiben von KI-Agenten quer durch Microsoft 365, Power Platform, Desktops und Web-Oberflächen.

    Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ankündigungen zusammen und ordnet sie für Schweizer Unternehmen ein.


    Computer-Using Agents (CUA) — jetzt allgemein verfügbar

    Das grösste neue Feature: Computer Use in Copilot Studio ist seit dem 13. Mai 2026 generell verfügbar — und wird auf alle kommerziellen Regionen ausgeweitet.

    Was Computer-Using Agents können: Ein Agent interagiert mit einer Web-Oberfläche oder Desktop-Applikation so, wie ein Mensch es tun würde — er sieht den Bildschirm, erkennt UI-Elemente, klickt, tippt und navigiert. Kein API, keine vorkonfigurierten Konnektoren erforderlich. Der Agent nutzt Vision-Modelle, um die Benutzeroberfläche in Echtzeit zu interpretieren.

    Konkrete Einsatzbereiche:

    • Automatisierung von Legacy-Webapplikationen ohne API-Zugang (z. B. ältere ERP-Oberflächen, kantonale Behördenportale)
    • Datentransfer zwischen Systemen, die keinen Konnektor haben
    • Formularausfüllung in externen Portalen basierend auf internen SharePoint-Daten
    • Qualitätsprüfungen in Web-basierten Dokumentenmanagementsystemen

    Wichtiger Hinweis für die Governance: CUA-Agenten handeln im Kontext des konfigurierenden Benutzers oder Dienstkontos. Die Aktionen sind vollständig in Microsoft Purview auditierbar. Für Tenants mit erhöhten Compliance-Anforderungen (FINMA, nDSG) empfehlen wir, CUA-Agenten zunächst in einer Sandbox-Umgebung zu evaluieren und den Aktionsradius eng zu definieren.


    Microsoft IQ — die neue Intelligenzschicht

    Microsoft hat auf dem Build 2026 die Microsoft IQ-Architektur als einheitliche Intelligenz- und Kontextschicht vorgestellt — und sie ist sofort verfügbar für GitHub Copilot, Microsoft Foundry und Copilot Studio.

    Microsoft IQ besteht aus vier Ebenen:

    KomponenteFunktion
    Work IQArbeitsplatz-Intelligenz innerhalb der M365-Trust-Boundary (Personen, Beziehungen, Meetings, E-Mails)
    Foundry IQEnterprise-Wissen für Agenten, basierend auf Unternehmensdaten
    Fabric IQ OntologyGeschäftssemantik aus Microsoft Fabric-Datenbeständen
    Web IQLive-Web-Grounding-API (für öffentliches Wissen, News, aktuelle Daten)

    Der Kernunterschied zum bisherigen Ansatz: Microsoft Graph + Konnektoren liefern Daten; Microsoft IQ liefert Intelligenz. Statt Rohdaten-Abfragen zu orchestrieren, geben IQ-Abfragen bereits kontextualisierte, berechtigungsgeprüfte Antworten zurück — mit Organisationsrelationen, Absichtserkennung und Provenienz.

    Für Copilot Studio-Agenten bedeutet das: Agenten können Fragen über interne Strukturen, Zuständigkeiten und Zusammenhänge beantworten, ohne dass Entwickler komplexe Graph-Abfragen schreiben müssen. Work IQ weiss, wer für ein Projekt verantwortlich ist, was letzte Woche besprochen wurde und welche Dokumente relevant sind — in Echtzeit und berechtigungskonform.


    Multi-Agent-Orchestrierung — mehrere GA-Meilensteine

    Wer die letzten Monate verfolgt hat, weiss: Multi-Agent ist das Schwerpunktthema von Copilot Studio 2026. Mehrere Teile sind im April und Mai 2026 in die General Availability übergegangen:

    GA seit April 2026:

    • Microsoft Fabric-Integration: Agenten können direkt auf Fabric-Daten (Lakehouse, Warehouse, Dataflows) zugreifen und KI-Aktionen auf Basis von Unternehmensdaten ausführen.
    • Microsoft 365 Agents SDK Orchestrierung: Agenten, die mit dem M365 Agents SDK gebaut wurden, können nahtlos von Copilot Studio orchestriert werden — egal ob Low-Code oder Pro-Code-Entwicklung.
    • Agent-to-Agent (A2A) Kommunikation: Agenten können andere Agenten ansprechen, Aufgaben delegieren und Ergebnisse zurückmelden. Das ermöglicht echte Multi-Agent-Workflows, bei denen ein Orchestrierungs-Agent spezialisierte Sub-Agenten koordiniert.

    GA seit Mai 2026:

    • Erweiterter Agent Builder in M365 Copilot: In Microsoft 365 Copilot konfigurierte Agenten können jetzt tiefer in Copilot Studio angepasst werden — mehr Wissensquellen, mehr Aktionen, mehr Steuerung.
    • Hochwertige KI-Aktionen in Automation: Neue vorgefertigte KI-Aktionen für häufige Automatisierungsszenarien (Dokumentenanalyse, E-Mail-Klassifikation, Inhaltsgenerierung) direkt in der Workflow-Oberfläche.

    Neue Workflows-Erfahrung

    Microsoft hat die Workflow-Oberfläche in Copilot Studio grundlegend überarbeitet. Die neue Erfahrung orientiert sich stärker an modernen Prozess-Design-Tools und ersetzt den klassischen Power-Automate-Flow-Canvas innerhalb von Copilot Studio durch eine agentenzentrierte Sicht.

    Was sich geändert hat:

    • Workflows werden jetzt als Agent-Aktionen modelliert, nicht mehr als isolierte Flows
    • Bedingungslogik kann in natürlicher Sprache beschrieben werden («Wenn der Kunde eine dringende Anfrage stellt, eskaliere zu Level-2-Support»)
    • Integration von Schleifen und Iterationen über Datensätze direkt im Agent-Kontext
    • Besseres Debugging: Schritt-für-Schritt-Trace von Agenten-Entscheidungen in der Testoberfläche

    Echtzeit-Voice-Experiences

    Copilot Studio unterstützt jetzt Real-Time Voice für Agent-Erfahrungen. Das bedeutet: Unternehmen können Copilot Studio-Agenten als Sprach-Interfaces einsetzen — für Kundenservice-Hotlines, interne Helpdesks oder interaktive Sprachportale.

    Die Architektur basiert auf Azure Communication Services und Microsoft Teams Phone. Voice-Agenten können Gespräche in Echtzeit transkribieren, relevante Daten aus Unternehmenssystemen abrufen und Antworten vorlesen. Übergaben an menschliche Mitarbeitende werden nahtlos unterstützt.

    Für Schweizer Unternehmen, die im Kundendienst oder internen Support tätig sind, öffnet das einen neuen Anwendungsbereich: Sprachanfragen, die bisher nur durch menschliche Agenten bearbeitet werden konnten, können jetzt durch Copilot Studio-Agenten teil- oder vollautomatisiert werden.


    Agent Governance — Echtzeit-Sicherheitsbewertung

    Microsoft hat die Governance-Funktionen in Copilot Studio deutlich ausgebaut. Neu ist die Real-Time Security & Risk Assessment für Agenten:

    • Laufende Sicherheitsbewertung von Agent-Aktionen basierend auf DLP-Policies und Sensitivity Labels
    • Automatische Warnung oder Blockierung, wenn ein Agent auf klassifizierte Inhalte zugreift oder externe Dienste kontaktiert, die nicht explizit erlaubt sind
    • Agent Activity Dashboard im Power Platform Admin Center: Übersicht über alle aktiven Agenten im Tenant, ihre Aktivitätsmuster und potenzielle Risiken
    • Verbesserte Unterstützung für Conditional Access-Policies speziell für Agenten-Identitäten

    Das ist besonders relevant für Schweizer Unternehmen in regulierten Branchen: FINMA-regulierte Finanzinstitute, nDSG-pflichtige Organisationen und ISO-27001-zertifizierte Betriebe können Agenten jetzt in einem kontrollierten Rahmen betreiben, der den eigenen Compliance-Anforderungen entspricht.


    Was das für Schweizer Unternehmen bedeutet

    Jetzt sinnvoll evaluierbar: CUA für Legacy-Systeme

    Computer-Using Agents sind das erste Feature, das einen echten Durchbruch für Schweizer KMU und Mittelständler bedeutet: Sie ermöglichen Automatisierung dort, wo keine API vorhanden ist. Viele Schweizer Unternehmen arbeiten mit Legacy-ERPs, kantonalen Web-Portalen oder branchenspezifischen Systemen, die keine Konnektoren haben. CUA erschliesst genau diese Lücke.

    Microsoft IQ: Wissensabfragen ohne Entwicklungsaufwand

    Work IQ in Copilot Studio reduziert den Implementierungsaufwand für «intelligente» Agenten erheblich. Bisher mussten Entwickler komplexe Graph-API-Abfragen schreiben, um Kontextinformationen zu erhalten. Mit Work IQ werden diese Abfragen abstrahiert — der Agent «versteht» organisatorische Zusammenhänge nativ.

    Multi-Agent GA: produktionsreif, nicht nur Preview

    A2A-Kommunikation und M365-SDK-Orchestrierung sind jetzt GA — nicht mehr Preview. Das bedeutet: Unternehmen, die Multi-Agent-Architekturen planen, können jetzt mit Support und SLAs bauen, nicht nur auf eigenes Risiko. Die Preview-Einschränkungen der letzten Monate sind gefallen.

    Lizenzierung: Copilot Studio-Nutzung weiterhin Message-basiert

    Die grundlegende Lizenzierungslogik hat sich nicht geändert: Copilot Studio wird über Message-Packs lizenziert (25'000 Nachrichten pro Monat im Basispaket). CUA-Aktionen und Voice-Interaktionen werden über dedizierte Kapazitätseinheiten abgerechnet, die separat zugekauft werden können. Für genaue aktuelle Konditionen empfehlen wir, direkt bei Microsoft oder einem Partner nachzufragen — Preisanpassungen im Zuge der GA-Releases sind möglich.


    Unsere Einschätzung

    Copilot Studio hat auf dem Build 2026 bewiesen, dass Microsoft die Plattform ernst nimmt und konsequent ausbaut. Die Kombination aus CUA (GA), Microsoft IQ, Multi-Agent-Orchestrierung (GA) und Real-Time Voice macht Copilot Studio zu einer der leistungsfähigsten Low-Code-Agent-Plattformen, die heute auf dem Markt sind.

    Drei Empfehlungen für Schweizer Unternehmen:

    1. 1Governance zuerst: Bevor Agenten produktiv gehen, sollte das Agent Activity Dashboard im Admin Center eingerichtet und DLP-Policies für Agenten-Aktionen definiert sein.
    2. 2CUA-Piloten für Legacy-Systeme: Identifizieren Sie jetzt zwei bis drei Prozesse, die bisher wegen fehlender API nicht automatisierbar waren — und evaluieren Sie CUA gezielt dort.
    3. 3Work IQ testen: Ersetzen Sie einen bestehenden, komplex gebauten Suchdialog-Agenten durch einen Work-IQ-basierten Ansatz und messen Sie, ob die Antwortqualität steigt.

    CNEXT begleitet Schweizer Unternehmen bei der Bewertung, dem Aufbau und der Governance von Copilot Studio-Agenten — von der Use-Case-Auswahl bis zum produktiven Rollout.

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    Marcel Haas

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    Solution Architect, CEO

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