Zero Trust ist das moderne Sicherheitsparadigma – Microsoft bietet die Tools. In einer Welt, in der traditionelle Netzwerkgrenzen durch Cloud und mobiles Arbeiten aufgelöst werden, ist das klassische Perimeter-basierte Sicherheitsmodell nicht mehr ausreichend. Schweizer Unternehmen setzen zunehmend auf Zero Trust als strategischen Sicherheitsansatz.
Was ist Zero Trust?
Grundprinzipien
Zero Trust basiert auf drei Kernprinzipien: «Explizit verifizieren» – jede Zugriffsanfrage wird unabhängig vom Netzwerkstandort vollständig authentifiziert und autorisiert. «Geringstmögliche Berechtigungen» – Benutzer:innen erhalten nur die minimal notwendigen Zugriffsrechte, zeitlich begrenzt und aufgabenbezogen. «Von einem Sicherheitsvorfall ausgehen» – die Architektur wird so gestaltet, als wäre das Netzwerk bereits kompromittiert.
Nie vertrauen, immer verifizieren
Jede:r Benutzer:in, jedes Gerät und jede Anwendung muss bei jedem Zugriff ihre Identität nachweisen. Der Standort im Firmennetzwerk allein gewährt keinen Vertrauensvorschuss mehr. Stattdessen werden kontextbezogene Signale wie Geräte-Compliance, Benutzer:innen-Risiko und Zugriffsort in Echtzeit ausgewertet, um Zugangsentscheidungen zu treffen.
Minimale Rechte
Das Prinzip der geringsten Privilegien (Least Privilege) wird konsequent umgesetzt. Just-in-Time- und Just-Enough-Access-Konzepte stellen sicher, dass Administrationsrechte nur bei Bedarf und zeitlich begrenzt vergeben werden. Microsoft Entra Privileged Identity Management (PIM) ermöglicht die rollenbasierte Vergabe von Administratorrechten mit Genehmigungsworkflows.
Implementierung mit Microsoft
Azure AD
Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD) bildet das Fundament der Zero-Trust-Architektur. Es dient als zentrale Identitätsplattform für die Authentifizierung und Autorisierung aller Benutzer:innen, Geräte und Anwendungen. Features wie Continuous Access Evaluation (CAE) ermöglichen die Echtzeit-Bewertung von Sicherheitsrisiken und den sofortigen Entzug von Zugriffsrechten bei erkannten Bedrohungen.
Conditional Access
Conditional Access ist der Policy-Motor der Zero-Trust-Strategie. Richtlinien kombinieren Identitätssignale, Geräte-Compliance und Risikobewertungen zu granularen Zugangsentscheidungen. Typische Policies umfassen: MFA für alle externen Zugriffe, Blockierung nicht verwalteter Geräte für sensible Daten und erhöhte Sicherheitsanforderungen bei Zugriff aus Risikoländern.
Microsoft Defender
Die Defender-Suite liefert die Bedrohungserkennung für die Zero-Trust-Architektur. Defender for Endpoint überwacht Endgeräte, Defender for Identity erkennt verdächtige Aktivitäten im Identitätssystem und Defender for Cloud Apps kontrolliert den Zugriff auf Cloud-Anwendungen. Zusammen mit Microsoft Purview für den Datenschutz entsteht ein lückenloser Sicherheitsrahmen.
Fazit
Zero Trust ist mit Microsoft umfassend umsetzbar. Schweizer Unternehmen profitieren von der tiefen Integration der Microsoft-Sicherheitsprodukte und der Möglichkeit, schrittweise zu einem vollständigen Zero-Trust-Modell zu migrieren. Der Einstieg beginnt typischerweise mit der Absicherung der Identitäten und erweitert sich auf Geräte, Daten und Netzwerk.

