SharePoint Agents sind smarte Helfer, die deinen Arbeitsalltag erleichtern können — schnelle Antworten aus deinen Daten, Zusammenfassungen, Unterstützung bei wiederkehrenden Aufgaben. Zwischen Lizenzen, Einstellungen und der Frage "wie erstelle ich überhaupt einen Agent" wird das schnell unübersichtlich. Hier ein klarer Leitfaden — ohne dich im Kleingedruckten zu verlieren.
Hinweis zur Einordnung: Eine frühere Version dieses Artikels enthielt einen zeitlich begrenzten Trial-Hinweis (Januar–Juni 2025) sowie einen Preis für Microsoft 365 Copilot mit Stand März 2025. Beides ist zu spezifisch und veraltet. Wir verzichten in diesem Artikel auf konkrete CHF-Beträge und Trial-Daten — verbindlich ist immer die aktuelle Microsoft-Copilot-Pricing-Seite.
Schritt 1: Voraussetzungen prüfen
SharePoint Agents sind ein Cloud-Feature in Microsoft 365 — also SharePoint Online, nicht SharePoint Server on-premises. Schau zuerst:
- Bist du in Microsoft 365 mit SharePoint Online?
- Sind eure Sites und Bibliotheken halbwegs strukturiert? Agents arbeiten nur mit dem, was sie finden — und übernehmen die bestehenden Berechtigungen.
- Sind Sensitivity Labels und DLP-Richtlinien gepflegt? Wenn sensible Inhalte falsch klassifiziert sind, fliessen sie in Agent-Antworten ein.
Tenant-Hygiene zuerst. Das ist nicht "nice to have", sondern der Hebel mit dem grössten Effekt.
Schritt 2: Lizenzen klären
Microsoft lizenziert Agents auf mehreren Wegen — die genauen Preise und Regionsverfügbarkeit ändern sich, deshalb hier nur die Logik:
- Mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz: Wenn die Nutzenden eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz besitzen, sind Erstellung und Nutzung von Agents abgedeckt. Aktuelle Preise auf der Microsoft-Pricing-Seite.
- Pay-as-you-go für nicht lizenzierte Nutzende: Microsoft bietet ein nutzungsbasiertes Modell, das über ein Azure-Abonnement und Microsoft Cost Management abgerechnet wird. Sinnvoll, wenn nur ein Teil der Belegschaft regelmässig mit Agents arbeitet.
- Microsoft 365 Copilot Chat: Microsoft hat eine kostenfreie Copilot-Chat-Erfahrung für Microsoft-365-Tenants verfügbar gemacht; welche Agent-Szenarien dort enthalten sind, hängt vom konkreten Lizenzmix ab.
Tipp: Im Microsoft 365 Admin Center unter "Abrechnung > Ihre Produkte" siehst du, welche Lizenzen aktiv sind. Im Zweifel sprichst du mit uns oder eurem Microsoft-Partner — das spart Zeit.
Schritt 3: Aktivierung
- Copilot-/Agent-Funktionen für SharePoint: Im Microsoft 365 Admin Center die zugewiesenen Lizenzen prüfen, im SharePoint Admin Center unter "Einstellungen > Microsoft 365 Copilot und KI" die Verfügbarkeit für Sites kontrollieren.
- Pay-as-you-go: Wenn dieses Modell genutzt wird, ist ein Azure-Abonnement Voraussetzung; die Aktivierung erfolgt im Azure-Portal.
- Site-Ebene: Standardmässig ist der Site-Agent verfügbar; Site-Owner können ihn pro Site abschalten oder gezielt freigeben.
Schritt 4: Sicherheit und Zugriff
- Berechtigungen: Agents erben die bestehenden Site- und Item-Permissions strikt. Wer keinen Zugriff hat, bekommt vom Agent keine Antwort darauf.
- Restricted Access Control (RAC): Sensible Sites lassen sich gezielt für Copilot- und Agent-Zugriff sperren.
- DLP über Microsoft Purview: Verhindert die Verarbeitung klassifizierter Inhalte durch Agents.
- Approved Agents: Site-Owner markieren freigegebene
.agent-Dateien als "approved", sodass sie im Picker der Site auftauchen.
Schritt 5: Erste Agents erstellen — die zwei Wege
Hier kommt die wichtigste Klarstellung gegenüber älteren Versionen dieses Artikels: Microsoft dokumentiert zwei Erstellungspfade.
Weg A — direkt in SharePoint (für die meisten Use Cases):
- Jede moderne Site hat oben rechts ein Copilot-Symbol mit einem vorkonfigurierten Site-Agenten — sofort nutzbar.
- Mit Edit-Rechten kannst du über "Create an agent" direkt in der Site oder Bibliothek einen eigenen Agenten anlegen. Es entsteht eine
.agent-Datei in der Site, die ihr teilen könnt. - Kein separates Tool, kein Code.
Weg B — über Copilot Studio (für komplexere Szenarien):
- Wenn ein Agent Inhalte aus mehreren Sites zusammenführen, externe Connectors nutzen, eigene Topics oder Custom Actions haben oder in Power Automate Flows eingebunden werden soll, kommt Copilot Studio zum Einsatz.
- Mehr Möglichkeiten, mehr Aufwand, eigene Lizenzlogik.
Starte mit Weg A. Wechsel auf Weg B, wenn der Use Case dies wirklich erfordert — nicht "vorsorglich".
Fazit: Einfach starten, aber sauber planen
Der Einstieg ist deutlich simpler, als das Lizenz- und Konfigurationsthema vermuten lässt. Tenant-Hygiene zuerst, Lizenzlogik klären, kleinen Pilot wählen — am besten den Site-Agent oder einen FAQ-Agent in einer einzigen Bibliothek. Wenn es hakt, melde dich: Wir kennen die Fallstricke und arbeiten regelmässig mit Schweizer Unternehmen an realistischen, gut messbaren Copilot- und Agent-Pilotprojekten.

